Wir sind ein Ehepaar Mitte dreißig und dabei, einen Selbstversorgerhof nach Prinzipien der Permakultur aufzubauen, um soviel Gemüse und Früchte selbst anzubauen, wie möglich. Zudem haben wir begonnen, in kleinem Rahmen Urlaub auf unserem werdenden Biohof anzubieten und bauen dies auch noch weiter aus. Wir haben zwei Hunde, vier Katzen und einige Hühner und planen die Anschaffung von Enten und Gänsen. Später soll ein kleiner Streichelzoo folgen, um unseren Hof für Familien noch attraktiver zu gestalten und Kinder für die Bedürfnisse von Tieren sensibler zu machen.
Unser Hof liegt im Värmland, nicht weit von Karlstad entfernt. Es ist sehr ruhig; wir haben einen Nachbarn, der 500 m entfernt wohnt, den man aber nicht sieht, da
Wald zwischen den beiden Höfen liegt. Wir leben in einem Naturpark (Natura2000), der nächste See mit Badestelle ist etwa 3 km entfernt. Die nächste Stadt ist 25 km entfernt, wir wohnen also
wirklich mitten im Wald. Der Weg in die Zivilisation ist lang, aber wir lieben es.
Ihr könnt Euch unsere Fahrräder ausleihen, und wenn Ihr Lust auf einen Paddelausflug auf einem der Seen habt, fahren wir Euch das Kanu gern hinunter und holen Euch dann wieder ab.
Vor allem im Mai benötigen wir Hilfe im Garten. Zwar ziehen wir bereits im April einen großen Teil Gemüse an, allerdings folgen im Mai Direktaussaaten, für die u.a. die Beete vorbereitet werden müssen. Spätestens Ende Mai müssen die Gemüsepflanzen ausgepflanzt werden, und auch die Kartoffeln müssen in die Erde. Viel Arbeit, und das, was wir im Mai nicht schaffen, wird nichts mehr, denn die Saison ist sehr kurz, man muß sie intensiv nutzen.
Wir haben ein kleines Gewächshaus, einen ständig wachsenden Küchengarten und bereits einige bewirtschaftete Beete auf dem Acker. In der Permakultur baut man die Gemüse und Kräuter, die viel Arbeit und Kontrolle benötigen, nahe am Haus an, und so liegen der Gemüsegarten und das Gewächshaus direkt vor dem Haus. Der Acker, auf dem wir beispielsweise Erdbeeren und Knollenfrüchte anbauen, befindet sich hinter dem Gemüsegarten in einem Bereich, den man nur einmal täglich betritt- es sei denn, es fallen Arbeiten an wie jäten oder mulchen.
Die Beetfläche soll noch erweitert werden, zudem planen wir den Bau eines größeren Anbaugewächshauses, der eventuell im nächsten Sommer (2012) zumindest begonnen werden soll.
Unser Hof verfügt über viele Nebengebäude, die zum großen Teil noch renoviert werden müssen. Der Vorbesitzer hat mindestens dreißig Jahre keinen Unterhalt an Scheunen und Schuppen geleistet, und entsprechend sehen sie teilweise auch noch aus. Es werden auf jeden Fall auch Renovierungsarbeiten anfallen, wie beispielsweise Gebäude außen malen, Dächer decken und morsche Fassadenbretter austauschen. Ihr müßt keine Handwerker sein, wir arbeiten zumeist in der Gruppe und zeigen Euch, wie alles geht.
Im Sommer wird außerdem eine Abwassergrube bei uns gegraben werden, und auch hier benötigen wir Eure Hilfe. Zwar wird der Bagger die groben Arbeiten erledigen, aber für uns bleibt noch genügend zu tun: Steine auflesen, Boden glätten, Senken mit Erde füllen. Und danach Beete anlegen und diesen neuen Teil des Küchengartens gestalten. Wir haben Lust, eine Kräuterspirale zu bauen, genug Steine sind vorhanden, und falls Ihr Lust habt, gehen wir dieses Projekt dieses Jahr an.
Ab Juli haben wir viel eigenes Gemüse im Garten haben. Wieviel, hängt davon ab, inwieweit wir Hilfe im Mai bekommen. Sobald der Garten uns beschenkt, essen wir das, was er uns gibt. Und ist der Schnittkohl reif, gibt es Schnittkohl. Sind Mangold und Zucchini reif, wird viel Mangold und Zucchini gegessen. Nicht so, daß es uns über ist, aber doch schwerpunktmäßig. Überschuß verarbeiten wir, damit wir auch für den Winter eigene Lebensmittel haben. Wir interessieren uns für alte Gemüsesorten, und so werdet Ihr beispielsweise Spargelerbse, Gartenmelde, roten Meier und auch Magentaspreen kennenlernen.
Fleisch essen wir maximal einmal pro Woche, im Sommer eher weniger oder gar nicht. Wollt Ihr Fleisch essen, freut sich Michael, denn auch er ißt gern einmal ein
Stück Fleisch, über Vegetarier freue ich mich mehr, denn außer unseren eigenen Hühnchen esse ich maximal hin und wieder etwas Elch.
Wir kochen und essen gemeinsam im Wohnhaus, und da Haushalt und Kochen nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören, freue ich mich über jeden, der mir den Kochlöffel mal abnimmt. Da Ihr während Eures Aufenthaltes bei uns Teil unserer Familie seid, helft Ihr uns auch, den von allen gemeinsam benutzten Teil unseres Wohnhauses sauber zu halten: Eingang, Flur, Küche und Bad.
Du wirst in dem alten Schulhaus schlafen oder in der hergerichteten ehemaligen Schmiede. Sollten wir Übernachtungsgäste für Schule oder Schmiede bekommen, kann es sein, daß Ihr für einige Tage woanders schlafen müßt. Ihr teilt Euch das Zimmer sehr wahrscheinlich mit einem anderen Wwoofer.
Der Standard ist einfach: Strom vorhanden, aber Kaltwasseranschluß mit Handpumpe draußen. Kein Fernseher. Trockentoilette. Eventuell eine Gartendusche- Ihr könnt aber unsere Dusche im Wohnhaus benutzen. Oder Ihr setzt Euch in die mit Holz beheizbare Draußenbadewanne mit Blick über die Wiese. Trinkwasser holt Ihr Euch bei uns, da wir die Qualität des Wassers aus dem Brunnen, der Schmiede und Schule bedient, noch nicht kontrolliert haben.
Wir stellen uns vor, daß Ihr uns fünf bis sechs Stunden täglich bei der Arbeit helft. Schlafmützen und Langschläfer aufgepaßt: Wir treffen uns bereits um sieben Uhr früh zum Frühstück. Dafür habt Ihr gegen drei Uhr frei und könnt den Nachmittag so verbringen, wie Ihr möchtet. Sonnabends treffen wir uns um acht Uhr und hören etwas früher mit dem Arbeiten auf, und sonntags habt Ihr frei.
Allein arbeiten ist langweilig, und es soll allen Spaß machen. Daher versuchen wir, überwiegend in der Gruppe zu arbeiten. Natürlich gibt es immer mal Aufgaben, die man allein ausführt. Beispielsweise das (maschinelle, axtlose) Spalten des Feuerholzes. Meistens sind entweder Michael oder ich mit dabei, es gibt aber keine Garantie, daß immer jemand von uns mit dabei ist! Uns ist jedoch die Gemeinschaft sehr wichtig, und wir versuchen, es so einzurichten, daß immer jemand von uns mit Euch gemeinsam arbeitet.
Folgende Arbeiten stehen an:
Mai:
Beete vorbereiten
Mulchen
Aussaat und Anzucht
Auspflanzen
Kartoffeln setzen
Fenster von Renovierungsspuren beseitigen an Schule, Werkstatt und Wohnhaus
Lehrerwohnung reinigen
Juni/ Juli/ August/ September:
Falls Fensterreinigung nicht abgeschlossen, wird diese weitergeführt
Jäten und mulchen
Neue Beete anlegen
Hilfe beim Abwasserbrunnen
Totholz aus dem Wald holen
Feuerholz für den Winter vorbereiten
Außenrenovierung von Gebäuden
Innenrenovierung von Gebäuden
Ausbau des Dachbodens der alten Schule
Vorbereitung und Ausbau eines Heuhotels
Bau eines neuen Plumpsklos
Ziehen eines Zaunes um den Küchengarten und den Acker herum: Sowohl aus Schwartenbrettern als auch Bau eines traditionellen Schwedenzaunes
Ernten und Verarbeiten von Früchten aus Garten und Wald
Sammeln von Kräutern
Freischneiden von Wiesen und Entwässerungsgräben
Diverse Aufräumarbeiten, beispielsweise Einsammeln von festgewachsenen Holzbrettern auf Wiese und im Bereich des ehemaligen Sägewerkes oder Entmüllen der Nebengebäude (der Vorbesitzer war der Meinung, man dürfe nichts wegwerfen)
Eventuelle Projekte:
Bauen eines kleinen Windrades
Bau eines größeren Anbaugewächshauses
Bau einer Kräuterspirale
Anlage eines kleinen Gartenteiches
Ausbau eines Stalles für den Streichelzoo
Dann fallen immer wieder Arbeiten an, die man nicht einplant. Da es hier wirklich viel zu tun gibt, variieren wir die Arbeiten immer. Hier jätet niemand sechs Stunden lang die Beete, und niemand muß sechs Stunden lang Gebäude anmalen.
Fragen? Schreibt uns! Und schaut Euch gern unsere Internetseite an, um einen Eindruck von uns und unserem Hof zu bekommen. Wir freuen uns auf Euch!
Cordula & Michael
Nachtrag aus aktuellem Anlaß:
Wir sind sicherlich keine Ordnungs- und Reinlichkeitsfanatiker, aber eine gewisse Grundordnung und Grundsauberkeit sind unabdingbar. Aus diesem Grund einige Hinweise, die von den meisten Wwoofern sicherlich als überflüssig oder gar merkwürdig angesehen werden. Dennoch sind sie notwendig:
Wir räumen hinter keinem Wwoofer her. Jeder ist mitverantwortlich dafür, daß in den gemeinsam benutzten Räumen eine gewisse Ordnung herrscht. Das bedeutet im Klartext, daß jeder die Dinge, die er aus dem Schrank holt, wieder wegräumt. Daß der Tisch bei Bedarf nach dem Essen abgewischt und auch einmal unaufgefordert das Geschirr abgewaschen wird. Dusche und Waschbecken machst Du hinter Dir sauber, und falls Du einmal eines unserer Handtücher benutzt, knüllst Du es zum einen nicht feucht in die Ecke, und zum anderen benutzt Du nicht nach jeder Dusche ein anderes. Hier wird einmal täglich gekehrt, und auch Du bist herzlich eingeladen, den Besen in die Hand zu nehmen, damit die Arbeit nicht immer an denselben Leuten hängen bleibt. Ist es matschig, werden die Schuhe gewechselt, bevor man das Haus betritt, und holt Ihr Gesellschaftsspiele aus der Schule hier ins Wohnhaus, packt Ihr sie bitte wieder zusammen und nehmt sie mit hoch.
Sollte das nicht funktionieren, sprechen wir darüber, aber spätestens nach der dritten Ermahnung werden wir uns von denjenigen Wwoofern trennen, die nicht in der Lage sind, etwas Ordnung zu halten. Wir würden dies sehr bedauern, fühlen uns aber inzwischen zu diesem Schritt genötigt. Ich hoffe, wir haben jetzt nicht alle verschreckt J
Nachtrag Oktober 2011:
Für nächstes Jahr gibt es eine Änderung. Und zwar werden wahrscheinlich sowohl ich als auch Michael arbeiten müssen. Ob Vollzeit, Teilzeit oder ob zuhause oder im Städtchen, das wissen wir noch nicht.
Aus diesem Grund werden wir im Sommer 2012 wahrscheinlich keine größeren neuen Projekte angehen und die Anzahl der Wwoofer entsprechen gering halten. Maximal zwei Wwoofer gleichzeitig, und wenn es terminlich nicht anders geht, kann es auch sein, daß Du der einzige Wwoofer auf unserem Hof bist.
Da wir nicht mit Dir gemeinsam arbeiten können, benötigen wir jemanden, der kein Problem damit hat, ohne andere zu arbeiten. Du solltest daher selbständig arbeiten können und auf jeden Fall Interesse für Gartenarbeit mitbringen, denn für Dich heißt es, den Garten in Schuß zu halten. Wir selbst werden dazu wahrscheinlich keine Zeit haben.
Wenn es an der Zeit ist, Kräuter, Beeren und Früchte zu sammeln und zu verarbeiten, erklären wir Dir, wie es geht, und Du machst dann selbständig weiter. Wir werden zusehen, daß wir so oft wie möglich mit Dir gemeinsam arbeiten, aber wie gesagt, wir können noch nicht absehen, inwieweit uns dies möglich ist.
Wir weihen Dich in alles ein, und wir bringen, was das angeht, auch Geduld mit, aber wir wollen nicht das Gefühl haben, daß Dir die Arbeit keinen Spaß macht. Bewirb Dich bei uns bitte nur dann, wenn Du Dir wirklich vorstellen kannst, im großen und ganzen selbständig zu arbeiten. Und schreib uns in Deinem Brief bitte auch, was Du bisher gemacht hast, und was Dich interessiert, dann können wir besser einschätzen, ob Du Dich bei uns wohlfühlen wirst.
Wenn Du Fragen hast, melde Dich bei uns.