Do

20

Okt

2011

Halb sieben und zappenduster!

Noch vor wenigen Wochen saßen wir um diese Uhrzeit draußen. Im Sommer schien die Sonne teilweise noch abends um halb zehn. Und inzwischen ist es um sieben Uhr abends zappenduster. Morgens um halb acht dämmert es. Es ist frostig kalt, und die Welt sieht aus wie mit Puderzucker überstäubt. Der Gang der Jahreszeiten...

 

Es war ein sehr ereignisreicher Sommer, aber er ist nun zu Ende. Der letzte Wwoofer ist abgereist, es ist still geworden auf dem Hof. Selbst die Vögel sind ruhig, und das einzige, was man hin und wieder hört, ist da leise Gackern der Hühner oder mal das Krähen des Hahnes. Aber auch er scheint sich der Ruhe anzupassen, und morgens muß ich immer einen doppelten Blick zum Hühnerstall werfen, um mich zu überzeugen, daß die Stalltür wirklich offen ist, so ruhig ist es.

 

Gestern Abend hörte Michael wieder die Wölfe heulen. Als ich das Fenster öffnete, waren sie jedoch still. Warum wir sie neuerdings so oft hören, hat seinen Grund, den wir letzte Woche erfahren hatten: Es gibt zwei Rudel hier im Revier. Ein Rudel mit zwei ausgewachsenen Wölfen und ihren fünf Jungen. Und dann ein weiteres Rudel mit fünf Wölfen. Heute mußte ich unserer Nachbarin versprechen, ihr eine kurze sms zu schicken, wenn wir sie wieder heulen hören, denn sie hat zwar Spuren gesehen, gehört hat sie sie aber noch nicht.

 

Wo wir gerade bei Spuren sind: Gestern früh fanden wir wieder frische Wolfsspuren auf unserer Wiese, nicht weit vom Haus. Ganz deutlich war die gerade Schnur zu sehen, die jeder Wolf hinterläßt, und die so typisch für ihn ist. Im taunassen, vom Frost noch etwas angehauchten Gras ließ sie sich gut verfolgen. Lisa fand auch das zum Wolf dazugehörige, noch frische Würstchen, und da sie es sowieso liebt, sich einzuparfümieren, kam ich zu spät: Sie wälzte sich genüßlich darin und stank den ganzen Tag. Und hatte braune Schmiere an Gesicht und Hals kleben, was sie nicht gerade attraktiv machte. Jedenfalls durfte sie uns gestern kein Küßchen geben, und beinahe wäre sie mit Michael zusammen unter der Dusche gelandet, so eklig fanden wir das. Aber ihr geht es gut, und darüber freuen wir uns natürlich. Eine Woche nach ihrem starken Krampfanfall hatte sie noch einen superleichten, und das war´s. Seitdem ist Ruhe. Ich hoffe, das bleibt so. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading

Outdoor- Magazin, Juni 2010

Freie Heilpraktiker (”Wir”), Dezember 2009

 

 

 

Cordula und Michael verlassen Deutschland. Sie fühlen sich eingeengt und perspektivlos. In den schwedischen Wäldern haben sie sich eine alte Holzhütte ohne Strom gekauft, die sie gegen die Bequemlichkeiten ihrer alten Heimat eingetauscht haben. Ihr Ziel – Selbstversorger in Schweden. Doch ist nicht alles so einfach, wie es klingt.

 

In diesem Buch beschreibt Cordula 6 Jahre Auswanderalltag ungeschminkt in allen Facetten. Daß es heute nicht so leicht ist, ein Leben ohne Strom zu führen, wird in dem reich bebilderten Buch (über 90 Fotos!) ebenso herzlich erfrischend von der Autorin geschildert wie die vielen anderen schönen und schlechten Momente in ihrem neuen Zuhause.

 

Daß Wäschewaschen ohne Waschmaschine zeitraubend und mühselig ist, und daß man beim Holzhacken fast die Hand verlieren kann, sind nur einige der fesselnden Anekdoten, in denen Cordula das Leben in Schweden beschreibt. Sie läßt den Leser eindrucksvoll teilhaben an der Arbeitssuche, ebenso wie an der Zähmung eines Hühnerkükens oder den Schwierigkeiten, ein Plumpsklo zu entleeren.

 

Dieses amüsant und leicht zu lesende Buch legt man nicht so schnell zur Seite. Für alle, die jemals vom Auswandern geträumt haben oder für Freunde Schwedens, ist diese Geschichte vielleicht nicht nur spannende Freizeit- oder Urlaubslektüre, sondern auch ein Buch, das Mut macht. Nämlich Probleme anzupacken, wo sie auftauchen, die schönen Momente zu genießen und seine Träume zu leben.  

 

ISBN: 9-783839-103142

 

 

Kontakt