So
28
Aug
2011
Was sich so alles angesammelt hat auf unserem alten Hof. Es gibt ja immer Stellen, von denen man weiß, daß sie existieren, aber man macht doch bewußt oder unbewußt einen Bogen drum. Eine solche Stelle ist der "Gruselkeller", wie ihn unsere bayrischen Wwoofis getauft haben.
Beim Gruselkeller handelt es sich um einen typischen "Jordkällare", also einen Erdkeller, in dem Eingemachtes vor Frost geschützt werden soll. Wir haben drei davon auf dem Hof, doch dieser eine Keller, der jetzt Gruselkeller heißt, hatte etwas exotisches. Er soll freigeräumt werden von allem, was sich darin befindet.
Schubkarren mit Eingemachten
Die Konserven aus den Jahren von 1965 - 1969 enthielten Spannendes. Pflaumen, Himbeeren, Erdbeeren, Fleisch und vieles mehr. Appetitlich war das Entleeren der Gläser allerdings nicht immer.
Die Mädels waren fasziniert von den Inhalten
Ganz fertig sind wir noch nicht geworden. Aber wir kriegen bestimmt noch andere Wwoofer, die mit uns in die Tiefen des Gruselkeller vordringen und seine Schätze ans Tageslicht befördern wollen. Für diejenigen, die es interessieren sollte, ob Obst nach über 4o Jahren noch gut ist: Ja. Ich hab die Pflaumen gekostet und zusammen mit den Mädels etwas probiert, was wir für Wein hielten. Die Pflaumen schmeckten noch nach Pflaume und der Wein hat ein wenig nach Essig geschmeckt.
Doch wir machen natürlich auch schöne Sachen mit unseren Wwoofern. Vorgestern sind wir zu unserem alten Haus ohne Strom gefahren und haben noch einen kleinen Spaziergang zum Gryten gemacht, einem idyllischen See in dem Naturreservat Vargaviddarna.
Am Lagerfeuer ließen wir uns dann unser Stockbrot schmecken. Für diejenigen, die noch nie Stockbrot gemacht haben - es ist supereinfach: 500 Gramm Mehl, etwas Salz, 1 Päckchen Trockenhefe und Wasser. Den Teig etwas gehen lassen, und los kanns gehen.
Auch mir schmeckt es
Dann kam gestern das Highlight der Woche: Biowaffelverkauf auf dem Tivedsmarkt in Sannerud. Die ganze Woche hatten wir am Rezept gefeilt und fast jeden Tag Waffeln gegessen, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. Auch ein Verkaufsstand mußte gebaut werden, eine Aufgabe, die mir zufiel. Gestern früh um 5 Uhr standen wir auf und fuhren nach Sannerud, bauten unseren Stand auf und hofften, daß jemand unsere Waffeln kauft.
Doch unsere Bio-Waffeln kamen gut an. Wir hatten hauptsächlich mit ökologischen Zutaten gebacken, weil das eine Prinzipsfrage für uns ist. Aber sie schmeckten auch echt lecker.
Teilweise war der Andrang recht groß, und Meisterbäckerin Luzie hatte mit Sophie, Julia, Cordula und mir ganz gut zu tun.
Viele Deutsche kamen auch zu unserem Stand, und einige Bücher von Cordula gingen auch noch über den Ladentisch. Alles in allem ein gelungener Tag, mit viel Spaß und Freude. Auf dem Heimweg nach Snåret überfielen wir noch eine Pizzeria und spendierten unseren fleißigen Mädels eine große vegetarische Familienpizza. Zu Hause angekommen waren wir dann auch total kaputt und fielen in unsere Betten.
Zum Schluß noch ein Bild vom Stand und dem Team Snåret.
Michael von Dolsperg