Do
28
Apr
2011
Wie schnell einen der Alltag doch wieder einholt. Wahnsinn! Kaum brennt die Sonne einige Tage allen Schnee weg und sorgt dafür, daß die Knospen der Bäume und Sträucher in rasendem Tempo aufplatzen, ist an ruhige Momente eigentlich nicht mehr zu denken. Alle Schweden haben jetzt gemerkt, daß Frühling ist und denken an Handwerker, die gebraucht werden. Zum Glück bin ich ein solches Exemplar, und so wird schon bei Kunden gemalt, auf Dächer gerechnet und man weiß eigentlich nicht, wo zuerst anfangen. Auf dem Hof soll ja auch noch was gemacht werden. Doch manchmal hat man Glück: Ostern besuchte uns ein alter Freund, und als er die Heckklappe seines Polos aufmachte, wären Cordula und ich fast in Freudentaumel verfallen, als die Erdfräse zum Vorschein kam. Jippieh! Also Land für die Kartoffeln vorbereiten.
Ostermontag haben wir dann, statt Ostereier zu suchen, Kartoffeln in die Erde gesteckt. Es war über 20 Grad im Schatten, so daß die meisten Kleidungsstücke überflüssig wurden, während ich Löcher für hunderte Karoffeln grub und Cordula steckte und anhäufelte.
Bevor es Dienstag früh auf Arbeit ging, machten die Kraniche erst mal Lärm bei uns. Erst weckten sie mich vor dem Wecker, und dann machten sie noch Lärm beim Kaffetrinken. Wer mag, kann sich das Spektakel jetzt auf youtube ansehen.
Und auch Wildgänse wackeln seit über einer Woche über die Wiesen und fressen das erste zaghafte Grün. Kurzum - man merkt, wie Frühling wird.
Nicht nur in der Natur - sondern eben auch auf dem Hof, wo Gartenarbeit und Renovierungen gleichzeitig zum Broterwerb stattfinden sollen.
Und als wir merkten, daß wir wieder anfangen, in Streß und Hektik zu verfallen, kam Cordula auf die wunderbare Idee, diese Tatsache einfach zu ignorieren. Und so blieb der Computer mal einen Tag aus, und dafür wurde ein Lagerfeuer angemacht, um das wir gemütlich bis in den späten Abend saßen.
Wir werden versuchen, keine Zeit für "Keine Zeit!" zu haben.