Mo
04
Apr
2011
Um es vorweg zu nehmen: Ja, ich habe meine Wette mit Cordula verloren. Hatte ich doch in meiner Naivität angenommen, das der See bei uns um die Ecke eisfrei ist und Cordula hielt dagegen. Nun ja, sie hatte recht...
Als wir in Nordportugal losfuhren, war dort die halbe Bevölkerung auf den Feldern. Aussaat, Ernte, Felder vorbereiten – das volle Programm eben. Temperaturen um die 20 Grad. Einfach schön. Badewetter, Gartenwetter.
Mitte März in Nordportugal
Auch in Deutschland, wo wir ebenfalls etwa zwei Wochen verbrachten, waren die Nächte zwar kalt, die Tage jedoch angenehm warm. Das Wetter lud zu Spaziergängen und Treffen mit Freunden ein und als wir Deutschland verließen, war auch dort in den Schrebergärten volle Aktivität.
Deutschland Ende März
Die Überfahrt von Deutschland nach Schweden war sonnig und der milde Wind auf der Fähre sorgte dafür, daß wir sie auf dem Außendeck genossen.
Auf dem Weg nach Schweden
Auch in Südschweden sahen wir vereinzelt Schlepper über die Felder ziehen, die bereits vollkommen schneefrei waren.
Doch als wir gestern nachmittag in unserer Region ankamen, wurden wir doch etwas geschockt von dem Anblick der sich uns bot. Schnee und Eis satt. Wie sollte unser Wohnwagen die 4 Kilometer lange steile Bergstraße raufkommen die von einer 10 cm dicken Spiegeleisfläche bedeckt war? Wie sollten wir auf unseren Hof kommen, wo seit 3 Monaten kein Schnee mehr geräumt wurde?
Zum Glück haben wir superliebe Nachbarn die uns mit dem Traktor die Bergstraße hochzogen und uns mit dem Traktor vor unserem Einfahrtsweg etwas Schnee wegschoben, so das wir Auto und Wohnwagen abstellen konnten. Doch der Schnee auf dem Weg zum Hof ist so schwer und verdichtet, das es der Traktor aus den 60ern leider nicht schafft bis zum Haus zu pflügen. Und so war schleppen angesagt.
Geschätzte 500 Meter einfach Strecke, Hälfte bergab und Hälfte bergauf durch knietiefen Schnee mit Gepäck zu stapfen, war schon eine sportliche Herausforderung. Nach jeweils dreimal Gehen hatten wir die nötigsten Sachen im Haus und waren ganz schön ausser Atem. Pitschnasse Schuhe und Füße trugen auch nicht unbedingt zum Heben der Stimmung bei.
Ja, das ist schon ein kleiner Unterschied im Klima und gerade in solchen Momenten kann man darüber spekulieren, ob man mit Selbstversorgerambitionen in dieser Region gut aufgehoben ist oder das ganze eine Schnapsidee war.
Anfang April in Mittelschweden
Der einzige Trost: Auf dem Nachhauseweg hatten wir die Katzen aus der Katzenpension geholt so das wir den Abend vor dem Kamin mit unseren Hoftigern und einer Flasche Wein ausklingen ließen. Zum Glück taut es ja und wir hoffen das es schnell geht und es auch mal hier Frühling wird.
Michael von Dolsperg