Do
27
Jan
2011
Man geht schon mit anderen Augen spazieren, wenn man sich wie wir oft mit Umweltfragen beschäftigt. Haben wir uns in Schweden für die letzten bedrohten Urwälder eingesetzt, so stößt man, wohin es einen auf dieser weiten Welt auch verschlägt, auf Dinge, mit denen der Mensch die Natur verschandelt.
Vor über zehn Jahren besuchten wir die westliche Atlantikküste Portugals, und schon damals bemerkten wir, daß die Südländer ein weniger kompliziertes Verhältnis zu Müll und Abfall haben als wir Mittel- und Nordeuropäer.
Aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß es immer mehr wird mit dem Müll, auch wenn eine vor bereits fast zwanzig Jahren ausgewanderte Deutsche, mit der wir uns eingehender unterhalten haben, das Gegenteil behauptet.
Der Müll findet sich auf Parkplätzen, an Straßenrändern und nicht zuletzt auch an den Stränden. Sieht man sich Bilder wie dieses hier an, denkt man, welch herrliche Landschaft, oder was für ein wundervoller Strand.
Doch geht man mit offenen Augen am Strand spazieren, kann man traurig werden, und die schönen Momente und Eindrücke geraten dann manchmal in den Hintergrund, wenn man den Blick für das Detail schärft.
Zumindest das, was schwimmt und vom Menschen ins Meer geworfen wird, spuckt das Meer wieder aus.
Autoreifen, Plastik und auch Glasflaschen (was besonders schön ist, wenn sie an Felsen zerschellen), Taue, Netze, Spraydosen und jeder mögliche andere Dreck unserer Wohlstandsgesellschaft verleihen den kilometerlangen Strandspaziergängen einen faden Beigeschmack.
Öl aus einem Kanister läuft auf den Strand
Mit jeder Flut kommt der Müll...
Ich will nicht an die Dinge denken, die auf dem Meeresgrund liegenbleiben.
Niemand, der sich verantwortlich für diesen Müll fühlt – dabei sprechen wir von hunderten von möglichen Arbeitsplätzen nur für die Entmüllung. Doch statt dessen schafft die EU eine Vollzeitstelle für ein von uns besuchtes Touristenbüro, das ganze drei Broschüren zur Auswahl hat, und dessen gelangweilte Angestellte nicht weiß, was sie mit ihrer Zeit anfangen soll. Oder, wie es uns heute begegnete, wo eine ebenfalls von der EU geförderte Touristeninformation von zwei Angestellten besetzt ist, die uns nur die Kopie einer Stadtskizze bieten konnten, auf der für Touristen interessante Stellen markiert sind. Statt einen Broschürenständer für die Broschüren oder das A4- Papier hinzustellen und die Damen auf EU- Kosten Mülleinsammeln zu schicken, wird Geld wie so oft zum Fenster rausgeworfen.
Reifen, Netze,Schiffstaureste und kleinerer Müll
Wir sollten uns alle mehr mit unserem Müll beschäftigen.
Michael von Dolsperg