Sa
04
Dez
2010
Heute war das letzte Treffen unserer Hundetrainingsgruppe. Die Winterpause beginnt, denn bei den Temperaturen, die momentan herrschen, läuft man dann doch nicht freiwillig durch die Stadt. Anfangs hatten wir uns auf dem Hundeplatz getroffen, uns vor einigen Wochen aber aufs Städtchen verlegt.
Es sind bis zu fünf Hunde, die sich mit Frauchen und/ oder Herrchen treffen, um sich zu lernen, daß man nicht jeden Fußgänger angreifen, jedes Auto jagen und jeden anderen Hund verspeisen muß. Auch, wie man ordentlich an der Leine geht, ohne sein Frauchen hinter sich herzuzerren, wird geübt, und ebenso, daß Metalltreppen und -rampen nicht gefährlich sind.
Wir müssen einen lustigen Anblick bieten, wenn wir mitten auf dem Marktplatz im Kreis stehen und mit unseren Hunde im Slalom um die anderen herumgehen, Begegnungen fingieren und mehrfach um jedes Auto schleichen, in dem sich ein wildgewordener, kläffender Hund befindet. Und das alles nur, damit unsere Hunde sich daran gewöhnen, daß sie nicht allein auf der Welt sind und sich daher an gewisse Regeln zu halten haben.
Vorletzte Woche war schönes Wetter, und dementsprechend nahmen sich die Passanten Zeit, uns zuzusehen. Mehrere Grüppchen bildeten sich und sahen uns zu: Eine alte Frau mit Rollator (heißt das Ding auch auf Deutsch Rollator?! Gehhilfe mit Rädern zum Draufstützen und mit Einkaufskorb vorn dran?!) und ihrer Betreuerin. Vier Kinder, die uns mit wachsender Begeisterung zusahen. Einige Halbstarke, die besonders cool sein wollten. Und dann die unzähligen Blicke, die lange auf unserer Gruppe ruhten… wir fielen auf, ganz klar. Und uns im Gegenzug entging zwangsläufig auch nicht der kleinste vorbeipassierende Hund, denn auf den machten uns dann Bamse und Lea laut kläffend oder jaulend aufmerksam.
Letzte Woche war es so klirrend kalt, daß wir uns auf die Suche nach dem Café begaben, indem gerüchteweise Hunde willkommen waren. In einer Nebenstraße an einer Brücke wurden wir fündig, und tatsächlich: Hunde willkommen.
Wir waren mit drei Hunden unterwegs: Lea, eine 15 Monate alte Mischlingshündin, die immer und ständig ihre Grenzen wissen möchte. Lisa, die sich gern davon anstecken läßt und sowieso seit einigen Monaten eher der unerzogenen Gattung angehört. Und dann Bamse, den wir seit einigen Wochen an Städte, Hunde und Menschen gewöhnen. Er hat nämlich nie einen Hundekurs besucht, hat sich fast ausschließlich im Wald befunden und rastet regelmäßig aus, wenn er andere Hunde sieht. Bei seiner Körpergröße und Kraft stellt das immer ein großes Problem dar, vor allem für mich, so daß er im Fall der Fälle dann auf unser Auto aufpassen durfte, wenn wir einkaufen gingen. Da wir jedoch nach Deutschland und in Urlaub fahren werden, war es höchste Zeit, ihn etwas umwelttauglicher zu machen. Und diese Aufgabe fiel Michael zu, der unseren Rüpel mit Köttbullar (Fleischbällchen) bestach und ihm beibrachte, daß Herrchen in der Stadt die Regeln vorgibt. Bamse findet die Ausflüge furchtbar spannend, und da er anscheinend weiß, daß damit Schluß ist, sobald er eine gewisse Benimmgrenze überschreitet, gibt er sich redliche Mühe. Und es gelingt ihm mal mehr, mal weniger gut.
Jedenfalls betraten wir das Café, wo man einen Blick auf unsere aufgeregten Hunde warf und uns dann an einen Tisch verfrachtete, von dem jede Vitrine und jedes Regal weit entfernt war. Dort tranken wir Kaffee, aßen Kuchen und plauderten. Eine gute Übung für unsere Hunde! Heute wiederholten wir das Spektakel und erfuhren zu unserem Bedauern, daß das Café nach Jul schließt. Schade. In welchem Café sind denn heutzutage Hunde willkommen?!