Do

30

Sep

2010

Mach´s gut, Opi!

Die Entscheidung ist gefallen. Der Opi und seine Herde verlassen unseren Hof. Denn obwohl der Opi wirklich goldig ist, wenn er ständig versucht, einen von hinten umzurennen, und obwohl ich es fantastisch fand, wie sehr sie uns auf Trab gehalten haben, wenn sie mal wieder ausbüxten, sind wir doch keine wirklichen Schafsmenschen. Ich hoffe, die Schäfchen finden jetzt richtig nach Hause... Achtgeben muß man allerdings, da gern Muslime kaufen, um dann zu schächten, der vorige Besitzer der Schafe hat gern an solche verkauft, wir tun das nicht. Falls wir niemanden finden, dem wir die Schafe anvertrauen können, müssen wir eine andere Lösung finden.

 

Das Wetter ist herrlich. Zwar haben wir nachts Frost, aber tagsüber ist blauer Himmel und Sonne pur. Nach der Frühmorgenrunde mit den Hunden sitze ich meist in meinem Büro, von dem aus ich einen tollen Ausblick auf den Hof habe, und ab mittags arbeite ich im Garten.

 

Seit vorgestern brütet wieder eine unserer Hennen, ich darf garnicht daran denken! Zum einen ist es in drei Wochen doch arg kalt für die Küken, worauf diese unsere beste Brüthenne allerdings keine Rücksicht nimmt, nach dem Motto: Was meine Kleinen nicht umbringt, macht sie härter, und zum anderen haben wir jetzt viel zuviele Küken! So viele Hühner wollten wir garnicht überwintern, aber Küken schlachten lohnt sich nicht wirklich. Na, zumindest ist es durch die vielen Hühner richtig kuschelig warm im Stall. Mich trifft morgens beim Öffnen der Stalltür immer ein Schwall warmer Luft- und natürlich die protestierende Federwolke aus piependen und schimpfenden Küken, die schon längst draußen im Rauhreif herumspringen wollten...

 

Geschlachtet haben wir auch bereits. Ein Junghahn mußte am Sonnabend dran glauben. Manuel hatte nämlich Geburtstag, und zur Feier des Tages durfte er bei der Schlachtung assistieren. Es war das erste Mal für ihn, aber er war tapfer. Und geschmeckt hat es auch. Klar, so eigenes glückliches Huhn, das ist schon was. Und glücklich war der Hahn wirklich, ich glaube, er hat bis zum Schluß nicht begriffen, was los war, und dann war alles bereits vorbei.

 

Noch zwei weitere Junghähne stehen an, es ist zuviel Trubel im Stall, und die wenigen erwachsenen Hennen werden massivst bedrängt. Tokki bringt es sogar fertig, die Küken anzubaggern, aber da ist Klarasson immer ganz schnell da und verjagt ihn. Aber danach wird es schwierig. Vielleicht sollten wir Lose ziehen...

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Outdoor- Magazin, Juni 2010

Freie Heilpraktiker (”Wir”), Dezember 2009

 

 

 

Cordula und Michael verlassen Deutschland. Sie fühlen sich eingeengt und perspektivlos. In den schwedischen Wäldern haben sie sich eine alte Holzhütte ohne Strom gekauft, die sie gegen die Bequemlichkeiten ihrer alten Heimat eingetauscht haben. Ihr Ziel – Selbstversorger in Schweden. Doch ist nicht alles so einfach, wie es klingt.

 

In diesem Buch beschreibt Cordula 6 Jahre Auswanderalltag ungeschminkt in allen Facetten. Daß es heute nicht so leicht ist, ein Leben ohne Strom zu führen, wird in dem reich bebilderten Buch (über 90 Fotos!) ebenso herzlich erfrischend von der Autorin geschildert wie die vielen anderen schönen und schlechten Momente in ihrem neuen Zuhause.

 

Daß Wäschewaschen ohne Waschmaschine zeitraubend und mühselig ist, und daß man beim Holzhacken fast die Hand verlieren kann, sind nur einige der fesselnden Anekdoten, in denen Cordula das Leben in Schweden beschreibt. Sie läßt den Leser eindrucksvoll teilhaben an der Arbeitssuche, ebenso wie an der Zähmung eines Hühnerkükens oder den Schwierigkeiten, ein Plumpsklo zu entleeren.

 

Dieses amüsant und leicht zu lesende Buch legt man nicht so schnell zur Seite. Für alle, die jemals vom Auswandern geträumt haben oder für Freunde Schwedens, ist diese Geschichte vielleicht nicht nur spannende Freizeit- oder Urlaubslektüre, sondern auch ein Buch, das Mut macht. Nämlich Probleme anzupacken, wo sie auftauchen, die schönen Momente zu genießen und seine Träume zu leben.  

 

ISBN: 9-783839-103142

 

 

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