Mi

08

Sep

2010

Chemtrails, zweiter Teil

Mit den Chemtrails am Montag war noch nicht alles vorbei. Dienstag ging das Spektakel weiter, da nämlich wurden plötzlich Überschallflugübungen über unseren Köpfen abgehalten und schweres Geschütz vom Flieger aus auf das nahegelegene Militärfeld abgefeuert. Immer zwei Flieger gleichzeitig kreisten über unserem Grundstück, immer dieselbe Route, und bald konnten wir vorhersagen, wann die nächste ohrenbetäubende Detonation erfolgen würde.

 

Es war ein beklemmend- faszinierendes Schauspiel.

 

Und uns war nach wenigen Minuten klar: Die Chemtrails des gestrigen Tages hingen zusammen mit diesen Übungen, die angeblich von einem Regiment abgehalten werden sollten, das laut Internetseite nur über eine Hubschrauberstaffel verfügt. Dieses Regiment hält regelmäßig Militärübungen ab, von denen man meistens jedoch gar nichts mitbekommt. Hin und wieder hört man mal einige Schüsse, auch mal kurze Maschinengewehrsalven, aber wirklich selten. Und dann dieses Aufgebot an schwer bewaffneten Überschallfliegern!

 

Ich hatte es bereits vorgestern geschrieben, daß Chemtrails auch zu militärischen Zwecken eingesetzt werden, und da wir wissen wollten, welche Chemiebrühe auf uns und unsere Biogemüse hinabgeregnet war, hieß die einzig logische Reaktion: Verteidigungsministerium anrufen. Und das hat Michael dann auch getan.

 

Nachdem Michael sein Anliegen vorgebracht hatte, wurde er mit einem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums verbunden, der darauf verzichtete, seinen Namen zu nennen. Statt dessen jedoch war er sehr interessiert daran, Michaels Namen zu erfahren, und er ließ ihn sich dreimal buchstabieren, damit er ihn ja auch richtig aufgeschrieben hatte. Er wollte nämlich zurückrufen lassen, da in diesem Fall die Flugwaffe zuständig sei, denn die würde diese Übungen durchführen. Er ließ sich sowohl Haus- als auch Mobilnummer geben und versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

 

Ob die Flugpause, die nun entstand, reiner Zufall war, oder nicht, kann ich nicht sagen. Jedenfalls flogen plötzlich keine Flieger mehr.

 

Innerhalb einer Stunde kam der erwartete Rückruf auf dem Haustelefon. Michael war jedoch inzwischen schon nicht mehr zuhause, so daß ich den Anruf entgegennahm. Eine dunkle Männerstimme sagte soviel wie: Ich suche einen Michael.

 

Der sei nicht mehr zuhause, ob er denn mit mir sprechen wolle. Ansonsten müsse er auf Mobiltelefon anrufen. Der Anrufer entschied sich für das Mobiltelefon.

 

Ich rief umgehend Michael an und warnte ihn vor, damit er Zeit hatte, an den Straßenrand zu fahren und seinen Notizblock zu zücken.

 

Der Anruf erfolgte jedoch nicht. Fast eine weitere Stunde verging, bevor Michael angerufen wurde. Einschüchterungstaktik? Immer noch flogen keine Flieger.

 

 

Dann endlich informierte mich Michael darüber, daß der Anruf gekommen sei. Und in diesem Moment schossen auch bereits die Überschallflieger heran, um ihre Kreise zu ziehen.

 

Auch dieser Anrufer habe keinen Namen gehabt, sagte Michael, und er habe den Eindruck gewonnen (Achtung, subjektive Auffassung: ), daß er ziemlich unsicher gewesen war, als er ihm erklärte, daß die Flugwaffe durchaus Chemtrails produziere und dazu spezielle Tanks unter den Flugzeugen anbringe. Dem Treibstoff würde angeblich nichts zugemischt werden, das würden die Motoren nicht vertragen. Vorgestern aber, so schwor er Stein und Bein, habe man keine Chemtrails gewebt, es habe sich nur um Kondensstreifen gehandelt.

 

Michael wies ihn auf die Sendungen hin, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt worden waren und Chemtrails diskutierten, und der Anrufer ohne Namen teilte ihm mit, daß sie zwar solche Übungen durchführen, es in Friedenszeiten aber verboten sei, Chemtrails zu weben (was denn jetzt, haben sie, oder haben sie nicht?), und daß wir uns wirklich keine Gedanken machen müßten.

 

Immerhin: Es wurde zugegeben, daß Chemtrails aus Aluminiumteilchen in die Atmosphäre geblasen werden. Nur vorgestern, da nicht… Das kann ich jetzt glauben, oder auch nicht. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden.

 

Und noch etwas ist interessant: Am Montag wurden an mehrere Stellen in Schweden Chemtrails gewebt. Und meine Eltern, die auf der Rückreise sind, haben mir soeben mitgeteilt, daß auch in Tjörn, das ist irgendwo in Südschweden, militärische Übungen stattgefunden haben und Militärschiffe auf dem Meer unterwegs gewesen seien.

 

Google ich weiter, so finde ich diese groß angelegte Übung jedoch nicht. Ich muß noch einmal genauer schauen, vielleicht habe ich was übersehen. Falls ich nichts finde, muß ich wohl bei der Flugwaffe anrufen, den Mann ohne Namen verlangen und ihn fragen, ob es an anderer Stelle in Schweden auch nur Kondensstreifen waren. Und ob er denn selber glaube, was er da erzählt.

 

Meine Meinung betreffend Chemtrails hat sich verfestigt: Staub aufwirbeln. Unbequeme Fragen stellen. Chemtrails über Hamburg? Ruft bei der Stadt und dem Bürgermeister an und fragt, was da in der Luft passiert. Ruft beim Land an. Ruft Euren Politiker an und fragt, was das für weiße Streifen sind. Oder macht es wie wir, ruft im Verteidigungsministerium an. Bei der Luftwaffe. Oder bei der Bundeswehr. Egal, wo, aber scheucht die Leute auf. Je mehr Anrufe eingehen, desto besser ist es. Irgendwann werden sie gezwungen sein, zu reagieren.

 

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Outdoor- Magazin, Juni 2010

Freie Heilpraktiker (”Wir”), Dezember 2009

 

 

 

Cordula und Michael verlassen Deutschland. Sie fühlen sich eingeengt und perspektivlos. In den schwedischen Wäldern haben sie sich eine alte Holzhütte ohne Strom gekauft, die sie gegen die Bequemlichkeiten ihrer alten Heimat eingetauscht haben. Ihr Ziel – Selbstversorger in Schweden. Doch ist nicht alles so einfach, wie es klingt.

 

In diesem Buch beschreibt Cordula 6 Jahre Auswanderalltag ungeschminkt in allen Facetten. Daß es heute nicht so leicht ist, ein Leben ohne Strom zu führen, wird in dem reich bebilderten Buch (über 90 Fotos!) ebenso herzlich erfrischend von der Autorin geschildert wie die vielen anderen schönen und schlechten Momente in ihrem neuen Zuhause.

 

Daß Wäschewaschen ohne Waschmaschine zeitraubend und mühselig ist, und daß man beim Holzhacken fast die Hand verlieren kann, sind nur einige der fesselnden Anekdoten, in denen Cordula das Leben in Schweden beschreibt. Sie läßt den Leser eindrucksvoll teilhaben an der Arbeitssuche, ebenso wie an der Zähmung eines Hühnerkükens oder den Schwierigkeiten, ein Plumpsklo zu entleeren.

 

Dieses amüsant und leicht zu lesende Buch legt man nicht so schnell zur Seite. Für alle, die jemals vom Auswandern geträumt haben oder für Freunde Schwedens, ist diese Geschichte vielleicht nicht nur spannende Freizeit- oder Urlaubslektüre, sondern auch ein Buch, das Mut macht. Nämlich Probleme anzupacken, wo sie auftauchen, die schönen Momente zu genießen und seine Träume zu leben.  

 

ISBN: 9-783839-103142

 

 

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